Filmglanz aus der Steuerkasse?

Filmglanz aus der Steuerkasse?

Vor wenigen Wochen galten ITFS und FMX erneut als Leuchttürme der Kreativbranche. Doch warum soll die Stadt zusätzliche Zuschüsse leisten, obwohl mit der MFG Baden-Württemberg, der Filmakademie Ludwigsburg und finanzstarken Branchenpartnern längst tragfähige Strukturen vorhanden sind? Wenn internationale Konzerne und Postproduktionshäuser wie ILM oder Mackevision Workshops anbieten und um Fachkräfte werben, dann ist das auch Recruiting und Geschäftsanbahnung. Legitim, aber warum auf Kosten der Steuerzahler?

Grundsätzlich sind derartige Plattformen zu befürworten, die Perspektiven in VFX, Animation oder digitaler Kinematografie fördern. Problematisch wird es dort, wo Förderung in Selbstbeweihräucherung kippt. Hochpreisige Tickets, elitärer Szenebetrieb und ritualisierte Selbstverherrlichung haben mit breiter Kulturförderung wenig zu tun. Während freie Kinos und lokale Kulturakteure um Mittel ringen, werden Prestigeformate politisch geadelt. Auch das Open-Air-Kino auf dem Schlossplatz wirft Fragen auf. Wer über Aufenthaltsqualität spricht, darf auch innere Sicherheit nicht ausblenden.

Besser: Kommunale Zuschüsse zurückfahren und Mittel gezielt in Nachwuchsförderung, offene Werkstattformate und unabhängige Kinos lenken. Internationale Branchentreffen sollten sich primär aus Sponsoring und Eigenmitteln tragen. Kulturpolitik braucht Substanz statt Szene-Eitelkeit. Mehrwert statt Branchenparty aus Steuergeld für Privilegierte!