
Nach wie vor sorgt die Abschaltung der Straßenbeleuchtung in verschiedenen Bereichen des Stadtgebiets für Verunsicherung in der Bevölkerung. Wir haben im
Antrag 0484/2024 bereits auf diese Problematik hingewiesen und dabei die Notwendigkeit des Umbaus aus verschiedenen Gründen dargelegt. Dieser wurde
jedoch bislang nicht beantwortet. Nun möchten wir die Dringlichkeit erneut betonen, da es um Fragen der Sicherheit unserer Stadtbevölkerung geht. Denn der Mensch empfindet Licht als ein Mittel zur
Steigerung der Sicherheit und das Fehlen von Licht als Ausdruck von Unsicherheit. Dabei geht es nicht nur um den Weg für Passanten, sondern auch um wenig
beleuchtete Straßenzüge für den Automobilverkehr. Wir erkennen ein erhebliches Sicherheitsrisiko und eine gesteigerte Unfallgefahr, wenn die Straßen nachts nicht
ausreichend ausgeleuchtet sind.
Nicht nur zum Schutz von Insekten, sondern auch im Hinblick auf mögliche physiologische Wirkungen auf den Menschen, sollten Straßenlaternen mit warmem
Licht, welches sich im Farbtemperaturbereich von 2200K bis 3200K befindet, statt der bisher häufigen Kaltweiß-Leuchtmittel eingesetzt werden. Darüber hinaus hat die
Verwendung von warmem Licht eine positive psychologische Wirkung.
Besonders nachts ist warmes Licht weniger intensiv und weniger blendend, was die subjektive
Wahrnehmung der Sicherheit stärkt und gleichzeitig eine entspannende, beruhigende Wirkung auf die Menschen hat. Gemäß der EU-Richtlinie 2009/125/EG zur Ökodesign-Verordnung haben
Kommunen die Möglichkeit, die Farbtemperatur von Straßenbeleuchtung selbst zu bestimmen. Stuttgart kann daher auf den Einsatz von Leuchtmitteln mit einer
Farbtemperatur über 4000 Kelvin verzichten und eine Beleuchtung wählen, die den gesundheitlichen und psychologischen Bedürfnissen der Bürgerschaft besser entspricht,
ohne gegen Anforderungen zur Energieeffizienz zu verstoßen.